Wir begleiten Werner Salzmann während des Wahlkampfes und wollen bis zu den Wahlen seinen Puls spüren. In regelmäßigen Abständen wird er uns Fragen beantworten, welche seine Person, seine Haltung, seine Positionierung, seine Einschätzungen sowie seine Erlebnisse und Eindrücke betreffen. Die Fragen stellt Paul Hunziker.

 

Teil 1

 

Werner, Du befindest Dich bereits im Wahlkampf. Für Dich ist es bezüglich des Nationalratsmandates Verteidigung, bezüglich des Ständerats aber Angriff. Worin liegen die Unterschiede für Dich?

Für mich geht es ganz klar darum, dass die grösste Partei im Kanton Bern wieder in der kleinen Kammer vertreten ist und damit auch die Bevölkerung des Kantons im Ständerat auch in ihrer ganzen Breite repräsentiert wird. Im Wahlkampf gibt es keinen Unterschied, es geht darum, in Kontakt mit den Menschen zu treten und sich auszutauschen.

 

Du nimmst etwas nur in Angriff, wenn Du an den Erfolg glaubst, die Überzeugung hast, das Ziel erreichen zu können und den nötigen Support hast. Was war für Dich das Entscheidende, Ständeratskandidat zu werden?

Mit der Vakanz sind die Chancen ein Ständeratsmandat zu erobern am besten. Die Motivation meiner Kandidatur für die kleine Kammer liegt aber eindeutig in der Überzeugung, dass der Kanton Bern mit der grössten Partei im Ständerat vertreten sein muss.

 

Wie gut empfindest Du das Wahlklima für Dich, nachdem die SVP entschieden hat, auf die Wahlen hin keinen klimafreundlicheren Kurs einzuschlagen?

Ich empfinde das Wahlklima eigentlich als gut. Ich treffe immer häufiger Bürgerinnen und Bürger, die erkannt haben, dass die grünen Forderungen nichts anderes sind als neue Steuern, Abgaben und Gebühren mit dem Ziel, getarnt mit dem grünen Deckmäntelchen möglichst viel Geld umzuverteilen von den Leistungswilligen zum Staat.

 

Wo holst Du Kraft, Motivation und Energie, um in einem Kampf, der oft auch im Schlamm stattfindet, bestehen zu können?

Das Wichtigste ist für mich der Rückhalt in meiner Familie und meinem privaten Umfeld. Dort kann ich nicht nur Kraft, Motivation und Energie tanken, dort werden auch alle Themen intensiv ausdiskutiert und Lösungswege gesucht. Auch mein Wahlkomitee, das mich unentgeltlich und intensiv in allen Belangen unterstützt, motiviert mich sehr.

 

Welches sind die ärgerlichsten Angriffe gegen Dich und die SVP, wenn Du einen öffentlichen Auftritt ausserhalb der eigenen Partei hast?

Ich kann mich eigentlich bisher nicht über Angriffe gegen meine Person beklagen. Was mich jedoch ärgert, wenn die SVP als ausserländerfeindlich oder gar rechtsradikal hingestellt wird.

 

Wie begegnest Du dem Vorwurf: die SVP sei eine Neinsager Partei?

Wenn Vorlagen die Schweiz und Ihre Werte mit Füssen treten, können wir nur NEIN dazu sagen. Solche Vorlagen haben sich leider in den letzten Jahren gehäuft und betreffen vor allem die Europapolitik. Ich bin nicht bereit unsere Freiheit und Selbstbestimmung zu opfern, nur um den Weg des geringsten Widerstandes gegenüber der EU einschlagen zu können.

 

Woran liegt es, dass im Parlament Vorschläge, Anregungen und Anträge jeder Art meist abgelehnt werden, nur weil sie von der SVP kommen? Ist die Partei Opfer ihres Erfolges?

Die SVP ist seit dem EWR-NEIN dermassen stark gewachsen und hat sich innerhalb von 15 Jahren auf Kosten anderer Parteien zur stärksten politischen Kraft in unserem Land entwickelt. Es fällt somit den anderen Parteien schwer, Anträge aus unseren Reihen zu unterstützen. Somit sind wir tatsächlich auch Opfer des Erfolges geworden.

 

Fortsetzung folgt